Erik und Madita sollen ins Bett. Madita cremt sich das Gesicht ein, guckt sich im Spiegel an und reißt auf dem Weg ins Bett noch ein Buch aus dem Regal mit den Worten: „Das mit.“ Als beide im Bett liegen ertönt wenig dezent die Melodie von „Kling Glöckchen Klingelingeling“, die wir aber nicht zu Ende hören durften, denn DJ Madita drückte direkt die nächste Taste des Weihnachtsliederbuches mit Musik und es ertönte „Lasst uns froh und munter sein“.
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Großeltern für dieses tolle Buch. Nun vernahmen nicht nur die Eltern des süßen Mädchens diese weihnachtlichen Klänge sondern auch der Bruder, der daraufhin auch Musik machen wollte. Dies äußerte er mit lautstarkem: „ Ekki auch Sik-Buch, Ekki auch Sik-Buch“ , unterstützt durch unkontrolliertes auf- und abspringen und Kopf hin – und herwerfen. Woraufhin die Schwester antwortete: „Nein meiner Buch“, und munter weitere Tasten drückte.
Es entstand ein lautstarker Streit, der dazu führte, dass Andreas das Radio – ein ebenso tolles Geschenk der Großeltern – für Erik holte. Aber alles Zureden, dass das Radio doch viel cooler sei, weil es neben den 25 verschiedenen Liedern auch noch wechselnde Lichteffekte aufweist, half nichts. Er wollte das Buch.
Ich erweitere meinen Dank an die Großeltern: Vielen Dank für das Buch und dafür, dass ihr nur eins gekauft habt!
Wir redeten auf Madita ein, die mittlerweile ihre Arme vor dem Buch verschränkt hatte und es fest an ihren Bauch presste, sie möchte Erik doch bitte einmal das Buch geben, damit er auch einmal drücken kann. „Einmal, bitte.“ Überraschenderweise sagte sie nach einiger Zeit: „Ja. Madita aber wieder!“ Nachdem wir ihr das versprochen hatten, gab sie Erik das Buch und er drückte wie wild alle Tasten und wollte es natürlich nicht zurückgeben. Wir mussten es ihm wegnehmen und seine Aufmerksamkeit wieder auf das Radio lenken.
Aus dem einen Bett drang dann „Oh Tannenbaum“ und im anderen vernahmen wir „Eins zwei Papagei“ unterstützt durch besagte Lichteffekte und Erik, der das Wort Papagei immer mitsang. In diesen ohrenbetäubenden Lärm brüllte Madita mir dann zu: „Mama singen!“ Hilfesuchend schaute ich Andreas an, der mir zunickte, also begann ich unser allabendliches „Wer hat die schönsten Schäfchen“ zu singen. Und siehe da. Beide Kinder legten sich hin, nahmen ihren Schnuller und das Kuscheltier und drückten keine neuen Tasten mehr, so dass wir normal Nacht sagen konnten.
Gut, als wir aus dem Zimmer waren ging das ganze wieder von vorne los: „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ vermischt mit „Eine kleine Spinne“ und Diskussionen wem jetzt was wirklich gehört. Aber nachdem ich noch zweimal drin war um einen Schnuller wiederzugeben, eine neue Milchbestellung aufzunehmen und zu servieren und um zum Schluss dann doch beide Musikgeräte zu entfernen, weil wieder ein heftiger Streit entbrannt war, war nach einer viertel Stunde wütenden Gebrülls endlich Ruhe.










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